Wie finde ich die
richtige Baufinanzierung ?
Viele künftige
Bauherren denken zurecht, dass man durch die richtige Finanzierung viel Geld
sparen kann. Das ist richtig, man kann nicht nur viel, sondern sehr viel Geld
sparen, aber auch unglaublich viel falsch machen. Einsparungen von vier- bis
sechsstelligen €uro-Beträgen sind bei einem optimalen Finanzierungskonzept
durchaus realistisch.
Mit den Kreditgebern um Prozente zu feilschen, kann
sehr sinnvoll sein, gelingt aber nur sehr selten. Warum gibt ihnen ihre
„Hausbank“ nicht schon bei dem ersten Gespräch die „günstigste“
Kondition? Allerdings kann man mit noch so guten Zinsen auch falsch liegen, wenn
die Strategie bzw. die Finanzierungskonzeption nicht stimmt. Die Vielfalt
verlockender Finanzierungsangebote von Banken, Sparkassen,
Lebensversicherungen und Bausparkassen erwecken den Eindruck, dass eine
Baufinanzierung ein Kinderspiel ist.
Diese Erfahrung machte z.B. auch Familie Hausmann
(Name geändert). Herr Hausmann hatte vor 5 Jahren sowohl eine größere
Lebensversicherung bei Versicherung A und einen Bausparvertrag bei Bausparkasse
B abgeschlossen. Außerdem hat er bei Hausbank C sein Girokonto und ein
Sparbuch, auf dem eine gute Summe Eigenkapital angespart ist. Hausmanns haben
sich entschlossen, ein Eigenheim zu bauen.
Herr Hausmann trägt sein Vorhaben der Hausbank vor und erhält ein
Finanzierungsangebot mit Annuitätendarlehen. Er lädt seinen
Versicherungsvertreter zum Beratungsgespräch ein und der legt Ihm ein Angebot
mit Lebensversicherung vor. Zur Komplettierung holt er sich noch das Angebot der
Bausparkasse ein. Jeder Darlehensanbieter hält gute Argumente bereit und preist
sein Finanzierungsmodell als besonders günstig an. Herr Hausmann sitzt nun zu
Hause und versucht für sich die optimale Variante herauszufinden. Auch nach
nochmaligen Konsultationen mit den Geldgebern bleibt Herr Hausmann kritisch und
sucht nun den Rat eines unabhängigen Baufinanzierungsberaters. Doch vorher
wollen wir die Berater von Herrn Hausmann analysieren.
Der Bankberater:
Die Kundenberater einer Bank oder Sparkasse sind
Angestellte des Hauses und direkt oder indirekt am Umsatz beteiligt !
Sie haben die Aufgabe, hauseigene Finanzprodukte zu verkaufen! Dabei greifen Sie
im Normalfall auf standardisierte Finanzierungsmodelle zurück. Es bleibt kaum
Spielraum für individuelle Lösungen. Fremde, bereits „bestehende“
Finanzierungsbausteine, wie Lebensversicherungen und Bausparverträge
„anderer“ Institute werden nicht selten abgelehnt – oder – sie bekommen
„sogenannte“ Kombinationsfinanzierungen von der Bank selbst und deren
„eigener“ Bausparkasse oder Versicherung mit oftmals sagenhaften Zinsen
gegenüber dem sonst „hauseigenen“ Darlehensangebot angeboten. Hier ist die
Sachlage klar: verkauft der „Bankberater“ Ihnen nicht nur die
Baufinanzierung – sondern noch „zusätzlich“ einen Bausparvertrag oder
eine Lebensversicherung, dann verdient die Bank noch mehr (weil sie ja noch zusätzliche
Provisionen erhält) und kann dann die Baufinanzierung damit
„subventionieren“ – nur – diese Subvention zahlen Sie dann selbst, weil
sie sicher davon ausgehen können, dass sich die Bausparkasse bzw. die
Lebensversicherung diese Provision wieder von Ihren Beiträgen zurückholt.
Ein Finanzierungsvergleich zwischen
unterschiedlichen Varianten findet kaum statt. Die Kreditnebenkosten bleiben
teilweise unerwähnt.
Wer nicht rechtzeitig fragt, kann unangenehme Überraschungen erleben.
Der
Versicherungsvertreter:
Versicherungsvertreter leben von Provisionen. Nur
sehr wenige Außendienstler arbeiten als Angestellte und beziehen teilweise ein
Festgehalt, welches sie jedoch durch Provisionen erheblich aufbessern.
Die schönen Titel auf den Visitenkarten können nicht darüber hinwegtäuschen,
dass in erster Linie Verkäufer und nicht Berater am Werk sind.
Das A und O ist der Verkauf von Versicherungen.
Auch beim Thema Baufinanzierung hat ein solcher Versicherungsvertreter - wenn er
denn überhaupt Fachkenntnisse besitzt - den Abschluss von Versicherungen im
Kopf.
Er wird zu 99% immer die Versicherungsfinanzierung empfehlen, unabhängig davon,
ob sie zum Bauherrn passt oder nicht. Die Beratung wird als kostenlos
angepriesen, der Bauherr bezahlt diese aber (verdeckt) Monat für Monat mit den
Versicherungsbeiträgen.
Wer nicht aufpasst, besitzt am Ende mehrere, vielleicht auch unnötige
Kapitallebensversicherungen und meistens zu teure Risikolebensversicherungen.
Der Vertreter der
Bausparkasse:
Auch die Bausparkassenvertreter leben von
Provisionen und sind sehr oft nur am Bausparvertrag, weniger an der Finanzierung
interessiert!. Die Ursache dafür liegt im Provisionssystem der meisten
Bausparkassen. Der Vertreter erhält sehr viel mehr Provision für den
Bausparvertrag, als für die Finanzierungsvermittlung.
Egal, ob der Bauherr bei der Bausparkasse Bestandskunde oder Neukunde ist, er
bekommt es mit Sicherheit mit einem oder mehreren Bausparverträgen zu tun.
Die Bausparkassen verfügen über spezielle Finanzierungsberater in den größeren
Geschäftsstellen. Für eine komplexe Beratung sollte der Bauherr eine solche
Geschäftsstelle konsultieren. Die Beratung ist zwar kostenlos, der Kunde zahlt
aber mit der Abschlussgebühr, der Darlehensgebühr (bei Zuteilung des
Bausparvertrages) und diverser anderer Kosten bis zu 4% seines
Finanzierungsvolumens.
Lassen Sie sich schriftliche Ausrechnungen, möglichst EDV-Ausdrucke aushändigen,
die sie einem neutralen Baufinanzierungsberater zur Analyse vorlegen können.
Das gilt übrigens auch für die Beratung in der Bank oder beim
Versicherungsvertreter.
Was gibt es noch in
der "Berater"-Landschaft" ?
Finanzberater, Vermögensberater,
Wirtschaftsberater, Vorsorgeberater, und ähnliche meist selbsternannte Titel
tragen viele Vermittler, die ihr Geld nicht mit der Beratung, sondern mit der
Vermittlung von Finanzprodukten verdienen, wofür sie eine Provision erhalten.
Blickt man in die Tiefe, stellt man fest, dass diese Berater meist auch an ein
Unternehmen gebunden sind, von dem sie die Provisionen erhalten oder, was keine
Seltenheit ist, Ihnen Produkte von Anbietern verkaufen, von denen sie die
„meiste“ Provision bekommen. Sie wollen Ihnen genau, wie die o.g.
"Berater" etwas verkaufen, wodurch die Möglichkeiten, individuelle Lösungen
zu finden, beschränkt bleiben. Die Produktpalette bleibt sehr begrenzt.
Viele dieser Vermittler haben weder eine ordentliche Fachausbildung auf
dem Gebiet der Baufinanzierung, noch besitzen sie die nötige Erlaubnis nach
§ 34c GewO (Gewerbeordnung) für diese Art von Geschäften.
Für einen produkt- und anbieterunabhängigen Baufinanzierungsberater ist
neutrale Beratung eine Selbstverständlichkeit !
Ein seriöser Berater wird sich nicht aufdrängen,
sondern durch sein Können seine Kompetenz nachweisen. Er arbeitet auf eigenes
Risiko. Der unabhängige
Baufinanzierungsberater hat die entsprechende Marktkenntnis und ist in der Lage,
aus der Vielzahl von Angeboten das günstigste auszuwählen. Er besitzt auch das
Know How, um z.B. die Angebote für Herrn Hausmann gründlich zu analysieren, um
herauszufinden, welches Modell günstiger ist. Im Zweifelsfall wird er ein völlig
neues Konzept entwerfen.
Sehen Sie in einem solchen Baufinanzierungsberater immer einen Partner, dessen
Aufgabe darin besteht, den Auftrag, den Sie ihm erteilt haben, gewissenhaft zu
erfüllen und somit das Gleichgewicht zwischen Ihnen, den Darlehensgebern und
den anderen Baufinanzierungspartnern herzustellen und Ihre Interessen als
Bauherr zu wahren.
Grundsatz:
=> Beginnen Sie frühzeitig
mit der Finanzierungsplanung !
=> Lassen Sie sich
„Zeit“ bei der Auswahl Ihrer Partner !
=> Wählen Sie möglichst
auf Grund von Mehrfachempfehlungen !
=> Fragen Sie Ihren
Berater nach seiner(n):